Katholische Schule
Warum katholische Schule? Was ist eine katholische Schule? Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Jahr 2016 sieben Thesen zu dieser Frage herausgegeben*, die hier zitiert und kurz erläutert werden. (Zitate aus dem Originaltext werden um der besseren Lesbarkeit willen nicht eigens gekennzeichnet.) Den Originaltext gibt es hier als Pdf-Download: DBK 102.  Hier geht es zum Konzept der Schulseelsorge. Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen 1. Katholische Schulen stehen für eine Erziehung und Bildung um des Menschen willen und grenzen sich gegen ein funktionalistisches Bildungsverständnis ab. Das christliche Menschenbild fußt in der Auffassung, dass jeder Mensch ein Ebenbild und ein geliebtes Geschöpf Gottes ist. So stellt katholische Schule nicht nur den Menschen als solchen in den Mittelpunkt, sondern den Einzelnen, den Menschen sozusagen aus der „Perspektive Gottes“ betrachtet. Den Menschen als Individuum zu betrachten schließt ein, ihn „als Ganzen“ wertzuschätzen und nicht auf bestimmte Eigenschaften zu reduzieren. Wir wollen und können gar nicht anders, als jedes Kind und jeden Jugendlichen, jede Jugendliche in der individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu fördern und uns darin vom Geist des Evangeliums leiten zu lassen. Wir möchten eine lebensbejahende Haltung voll Freude und Zuversicht vermitteln, zur Übernahme von Verantwortung für sich und andere anleiten und diese Einstellung als christliche Grundhaltung der Hoffnung und des Glaubens an Gottes Liebe und Treue beim Namen nennen. Katholische Schule widerspricht damit einer sich in Deutschland breitmachenden Tendenz, Bildung vor allem im Blick auf ein optimales Funktionieren im Wirtschaftssystem zu reduzieren. 2. Katholische Schulen regen zur Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen an und bieten Raum zur Begegnung mit Gott. Katholische Schule arbeitet mit einem Wirklichkeitsbegriff, der die religiöse Dimension einschließt. Religiöse Erziehung und Bildung sind daher von zentraler Bedeutung, und das nicht nur im Religionsunterricht, sondern im ganzen Lern-, Erfahrungs- und Lebensraum Schule. Schon junge Menschen suchen bewusst oder unbewusst nach Antworten auf die zentralen Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn von Krankheit und Tod und nach einem menschenwürdigen Leben für alle. Schülerinnen und Schüler katholischer Schulen überwinden die in der Gesellschaft häufig anzutreffende Sprachlosigkeit in diesen Fragen und lernen, sie differenziert zu betrachten. Katholische Schulen stehen dafür, dass der christliche Glaube die besten Antworten auf die großen Fragen bereithält. 3. Katholische Schulen sind Orte der Kirche und haben teil an ihrer pastoralen Sendung. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche an ihrem Wohnort eine lebendige Pfarrgemeinde vorfinden oder dass sie selbstverständlich von Hause aus am Leben der Kirche teilhaben. Katholische Schulen wollen nicht zuletzt deswegen ein „Kirch-Ort“ sein, also ein Ort, an dem die Angebote von Kirche wahrgenommen werden können und Kirche gelebt werden kann, zumal für nicht wenige dies der einzige Ort ist, an dem sie auf die Verkündigung der Frohen Botschaft treffen. Am „Kirch-Ort Schule“ werden junge Menschen bekannt gemacht mit den Vollzügen kirchlichen Lebens: dem Dienst am Nächsten, der Feier des Glaubens, der Verkündigung und dem Bekenntnis des Glaubens und der „Pflege“ von Gemeinschaft. Das wird konkret in der Feier verschiedener Gottesdienstformen, sozialen Aktionen, Angeboten zur Persönlichkeitsbildung und der persönlichen Auseinandersetzung mit der Frage nach Gott und in den zahlreichen anderen Angeboten der Schulpastoral. Diese Sendung der Kirche gilt selbstverständlich auch Eltern und Lehrkräften. 4. Katholische Schulen befähigen die Schülerinnen und Schüler zu ethischer Reflexion und ermutigen sie zur Entwicklung einer werteorientierten Haltung und zu verantwortlicher Weltgestaltung. Kinder und Jugendliche wachsen heute mit einer sich rasant entwickelnden Technik und unüberschaubaren Möglichkeiten der Vernetzung, der Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten auf. Dem korrespondieren zunehmend globale Fragestellungen und Herausforderungen. Katholische Schule möchte Schülerinnen und Schüler zu ethischer Kompetenz erziehen. Als leitender Wertmaßstab gilt dabei der unbedingte Einsatz für ein menschenwürdiges Leben, für Frieden und Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung. 5. Katholische Schulen leisten einen Beitrag zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Die besondere Aufmerksamkeit Katholischer Schulen gilt den Betroffenen aller Formen von Benachteiligung. Hierzu zählen junge Menschen, die offen oder versteckt unter Armut leiden, von Flucht oder Migration betroffen sind, die dauerhaft erkrankt sind, unter familiären Krisen oder anderen Belastungssituationen oder Vernachlässigung leiden, zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt oder behindert sind. Unabhängig von den Möglichkeiten ihrer Elternhäuser soll jedes einzelne Kind, jeder Jugendliche die jeweils bestmögliche Bildung erhalten. 6. Katholische Schulen sind Orte des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt. Katholische Schulen haben teil an der Frieden und Einheit stiftenden Aufgabe der Kirche. Sie verstehen sich als „Erziehungsgemeinschaften“ und wollen bei aller Unterschiedlichkeit der am Schulleben beteiligten Personen Gemeinschaft in Vielfalt sein. Junge Menschen sollen darauf vorbereitet werden, eine plurale Gesellschaft zu gestalten und sich darin mit ihrer eigenen Position einzubringen. 7. Mit ihren Katholischen Schulen nimmt die Kirche ihre Erziehungs- und Bildungsverantwortung im Rahmen der von der Verfassung gewollten Vielfalt des Schulangebots wahr. Neben den staatlichen Schulen sollen Schulen in freier Trägerschaft (sog. „Privat-Schulen“ - mehr dazu hier >) Pluralität in der Schullandschaft garantieren. Kirchliche Schulen kommt hier eine herausgehobene Stellung zu, weil die Kirchen in Deutschland der mit Abstand größte Schulträger neben dem Staat sind. Erziehung und Bildung gehören zum Auftrag der Kirche. Unter anderem mit ihren Schulen wird Kirche ihrem Auftrag gerecht - für ihre „eigenen“ Gläubigen, aber auch wirksam in die gesamte Gesellschaft hinein. Dabei haben Katholische Schulen den Anspruch, „andere Schulen“ zu sein, die sich dadurch auszeichnen, dass sie eine vom christlichen Glauben geprägte Umgebung schaffen.   *) Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen, Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Die deutschen Bischöfe; 102 (Bonn 2016).
Katholische Schule Warum katholische Schule? Was ist eine katholische Schule?
Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Jahr 2016 sieben Thesen zu dieser Frage herausgegeben*, die hier zitiert und kurz erläutert werden. Zitate aus dem Originaltext werden um der besseren Lesbarkeit willen nicht eigens gekennzeichnet. Den Originaltext gibt es hier als Pdf-Download: DBK 102. Hier geht es zum Konzept der Schulseelsorge. Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen 1. Katholische Schulen stehen für eine Erziehung und Bildung um des Menschen willen und grenzen sich gegen ein funktionalistisches Bildungsverständnis ab.  Das christliche Menschenbild fußt in der Auffassung, dass jeder Mensch ein Ebenbild und ein geliebtes Geschöpf Gottes ist. So stellt katholische Schule nicht nur den Menschen als solchen in den Mittelpunkt, sondern den Einzelnen, den Menschen sozusagen aus der „Perspektive Gottes“ betrachtet. Den Menschen als Individuum zu betrachten schließt ein, ihn „als Ganzen“ wertzuschätzen und nicht auf bestimmte Eigenschaften zu reduzieren. Wir wollen und können gar nicht anders, als jedes Kind und jeden Jugendlichen, jede Jugendliche in der individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu fördern und uns darin vom Geist des Evangeliums leiten zu lassen. Wir möchten eine lebensbejahende Haltung voll Freude und Zuversicht vermitteln, zur Übernahme von Verantwortung für sich und andere anleiten und diese Einstellung als christliche Grundhaltung der Hoffnung und des Glaubens an Gottes Liebe und Treue beim Namen nennen. Katholische Schule widerspricht damit einer sich in Deutschland breitmachenden Tendenz, Bildung vor allem im Blick auf ein optimales Funktionieren im Wirtschaftssystem zu reduzieren. 2. Katholische Schulen regen zur Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen an und bieten Raum zur Begegnung mit Gott. Katholische Schule arbeitet mit einem Wirklichkeitsbegriff, der die religiöse Dimension einschließt. Religiöse Erziehung und Bildung sind daher von zentraler Bedeutung, und das nicht nur im Religionsunterricht, sondern im ganzen Lern-, Erfahrungs- und Lebensraum Schule. Schon junge Menschen suchen bewusst oder unbewusst nach Antworten auf die zentralen Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn von Krankheit und Tod und nach einem menschenwürdigen Leben für alle. Schülerinnen und Schüler katholischer Schulen überwinden die in der Gesellschaft häufig anzutreffende Sprachlosigkeit in diesen Fragen und lernen, sie differenziert zu betrachten. Katholische Schulen stehen dafür, dass der christliche Glaube die besten Antworten auf die großen Fragen bereithält. 3. Katholische Schulen sind Orte der Kirche und haben teil an ihrer pastoralen Sendung. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche an ihrem Wohnort eine lebendige Pfarrgemeinde vorfinden oder dass sie selbstverständlich von Hause aus am Leben der Kirche teilhaben. Katholische Schulen wollen nicht zuletzt deswegen ein „Kirch-Ort“ sein, also ein Ort, an dem die Angebote von Kirche wahrgenommen werden können und Kirche gelebt werden kann, zumal für nicht wenige dies der einzige Ort ist, an dem sie auf die Verkündigung der Frohen Botschaft treffen. Am „Kirch-Ort Schule“ werden junge Menschen bekannt gemacht mit den Vollzügen kirchlichen Lebens: dem Dienst am Nächsten, der Feier des Glaubens, der Verkündigung und dem Bekenntnis des Glaubens und der „Pflege“ von Gemeinschaft. Das wird konkret in der Feier verschiedener Gottesdienstformen, sozialen Aktionen, Angeboten zur Persönlichkeitsbildung und der persönlichen Auseinandersetzung mit der Frage nach Gott und in den zahlreichen anderen Angeboten der Schulpastoral. Diese Sendung der Kirche gilt selbstverständlich auch Eltern und Lehrkräften. 4. Katholische Schulen befähigen die Schülerinnen und Schüler zu ethischer Reflexion und ermutigen sie zur Entwicklung einer werteorientierten Haltung und zu verantwortlicher Weltgestaltung. Kinder und Jugendliche wachsen heute mit einer sich rasant entwickelnden Technik und unüberschaubaren Möglichkeiten der Vernetzung, der Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten auf. Dem korrespondieren zunehmend globale Fragestellungen und Herausforderungen. Katholische Schule möchte Schülerinnen und Schüler zu ethischer Kompetenz erziehen. Als leitender Wertmaßstab gilt dabei der unbedingte Einsatz für ein menschenwürdiges Leben, für Frieden und Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung. 5. Katholische Schulen leisten einen Beitrag zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Die besondere Aufmerksamkeit Katholischer Schulen gilt den Betroffenen aller Formen von Benachteiligung. Hierzu zählen junge Menschen, die offen oder versteckt unter Armut leiden, von Flucht oder Migration betroffen sind, die dauerhaft erkrankt sind, unter familiären Krisen oder anderen Belastungssituationen oder Vernachlässigung leiden, zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt oder behindert sind. Unabhängig von den Möglichkeiten ihrer Elternhäuser soll jedes einzelne Kind, jeder Jugendliche die jeweils bestmögliche Bildung erhalten. 6. Katholische Schulen sind Orte des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt. Katholische Schulen haben teil an der Frieden und Einheit stiftenden Aufgabe der Kirche. Sie verstehen sich als „Erziehungsgemeinschaften“ und wollen bei aller Unterschiedlichkeit der am Schulleben beteiligten Personen Gemeinschaft in Vielfalt sein. Junge Menschen sollen darauf vorbereitet werden, eine plurale Gesellschaft zu gestalten und sich darin mit ihrer eigenen Position einzubringen. 7. Mit ihren Katholischen Schulen nimmt die Kirche ihre Erziehungs- und Bildungsverantwortung im Rahmen der von der Verfassung gewollten Vielfalt des Schulangebots wahr. Neben den staatlichen Schulen sollen Schulen in freier Trägerschaft (sog. „Privat-Schulen“ - mehr dazu hier >) Pluralität in der Schullandschaft garantieren. Kirchliche Schulen kommt hier eine herausgehobene Stellung zu, weil die Kirchen in Deutschland der mit Abstand größte Schulträger neben dem Staat sind. Erziehung und Bildung gehören zum Auftrag der Kirche. Unter anderem mit ihren Schulen wird Kirche ihrem Auftrag gerecht - für ihre „eigenen“ Gläubigen, aber auch wirksam in die gesamte Gesellschaft hinein. Dabei haben Katholische Schulen den Anspruch, „andere Schulen“ zu sein, die sich dadurch auszeichnen, dass sie eine vom christlichen Glauben geprägte Umgebung schaffen.   *) Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen, Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Die deutschen Bischöfe; 102 (Bonn 2016). zurück nach oben